Pressemitteilung 26.11.2019

FREIE WÄHLER besichtigen neues Senioren-zentrum in Schonungen – Grundsätzliches Problem ist der Mangel an Kurzzeitpflegeplätzen

Auf Einladung von Ulrike Hahn, Kreistagskandidatin und Bereichsleiterin der AWO Unterfranken, kamen zahlreiche Mitglieder der Kreistagsfraktion und Kreistagskandidaten der FREIEN WÄHLER nach Schonungen, um das seit Mai 2019 neu in Betrieb gegangene Seniorenzentrum und die Tagespflege zu besichtigen.

Bild: Norbert Dotzel

Die Anwesenden erfuhren vieles über die Besonderheiten der neuen Gebäude in „Schonungens Neuer Mitte“, aber auch über die vielfältigen Herausforderungen beim Betrieb von Einrichtungen zur Seniorenbetreuung und -pflege. Beim Rundgang durch die großzügig und mit Lehnsessel ausgestattete Tagespflege machte Hahn deutlich, dass die bewusst klein gebaute Einrichtung mit nur 16 Plätzen zwar eine individuelle Betreuung ermöglichen und von den Senioren auch sehr geschätzt würde, jedoch die Refinanzierung solcher kleiner Tagespflegeeinrichtungen deutlich erschwert sei.

Die ständige Präsenz einer Fachkraft mache bei so kleinen Einrichtungen mit familiärer Betreuung eine 100-prozentige Fachkraftquote notwendig, die aber von den Kassen nicht finanziert werde. „Aber Einrichtungen mit 40 oder 50 Plätzen, in denen einzelne Gäste nicht mehr individuell wahrgenommen werden, kommen für die AWO nicht in Frage“ so Hahn.

Bild: Norbert Dotzel

Durch das Seniorenzentrum, das auf das sogenannte Wohngruppenkonzept für ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter ausgerichtet ist, führte dann Einrichtungsleiter Sebastian Neubauer. In der Einrichtung steht vor allem die „Alltagsnormalität“ im Vordergrund. So hat jede Wohngruppe mit 16-18 Bewohnern eine eigene, großzügig angelegte Küche, in der gemeinsam mit Unterstützung durch eine Hauswirtschafterin Essen vorbereitet, gekocht und der Tisch gedeckt wird.

Die Gestaltung des Alltags orientiert sich an den Strukturen eines normalen Haushalts. Kranken- und Altenpflege kommen dann hinzu, wenn sie vonnöten sind. Bekannte Tagesabläufe vermitteln den Bewohnern das intensive Gefühl von Gemeinschaft, Nützlichkeit und einem Zuhause – ohne Heimatmosphäre. Drei von fünf dieser Wohngruppen sind bereits belegt und bewähren sich sehr gut, so Neubauer.

Für Kurzzeitpflegeplätze besteht große Nachfrage, die Zahl der verfügbaren Plätze jedoch ist viel zu gering. Auch in Schonungen können lediglich einzelne eingestreute Kurzzeitpflegeplätze angeboten werden. Kurz-zeitpflege sei deutlich aufwändiger und damit teurer als die Betreuung eines Dauerbewohners, werde aber nicht besser vergütet, erklärt Ulrike Hahn.

Bild: Norbert Dotzel

Die FREIEN WÄHLER fordern hier eine bessere Finanzierung von Kurzzeitpflegeplätzen, damit diese in stationären Einrichtungen vorgehalten werden können. Auch im Landkreis Schweinfurt werden wir FREIE WÄHLER uns für mehr Kurzzeitpflegeplätze stark machen, damit die den pflegenden Angehörigen so notwendige Entlastung vom Pflegealltag nicht an fehlenden Plätzen scheitern muss.

Eine weitere Besonderheit, das Quartierskonzept, erläuterte Frau Beer den Teilnehmern in der offenen Cafeteria im Erdgeschoss. Dabei handelt es sich um die koordinierte Vernetzung und Weiterentwicklung aller Angebote in der Kommune zur positiven sozialen Entwicklung von Wohnumgebungen. Zu diesem Zweck baut Frau Beer gerade ein Netzwerk- mit Vereinen, Institutionen und anderen Kooperationspartnern auf.

So sollen für die Bewohner vielfältige, bedarfsgerechte Angebote erstellt und andererseits für die Schonunger Bürgerinnen und Bürger Möglichkeiten geboten werden, die AWO-Einrichtungen z.B. als Treffpunkt beim sonntäglichen Kaffee zu besuchen und kennen zu lernen.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Kreisvorsitzender Edwin Hußlein bei den Organisatoren und nannte das Seniorenzentrum inmitten von Schonungen eine echte Begegnungsstätte mit Vorbildcharakter. Im Kern ginge es darum, dem Alter Würde zu geben.

Bild: Norbert Dotzel

Hußlein: “Wir dürfen nicht vergessen: Die sogenannte ältere Generation hat in harter, jahrzehntelanger Arbeit all das erschaffen, was wir heutzutage vorfinden“.